Neulich beim Katzen abholen

Meine Katzen: Urlaub bei Bekannten

Leider bleibt es nicht aus, dass auch der engagierteste Katzenhalter sich schweren Herzens (zum Glück nur temporär) mal von den geliebten Flauschis trennen muss. So erging es auch mir vor einigen Tagen, als ich geschäftlich verreisen musste.

perserkatzen nepomuk und gizmo am fenster
Wie immer, wenn ich mehr als eine Nacht weg muss, kommen meine Perserkatzen Jungs zu den 4 C´s. 4 C´s heißen sie deshalb, weil die Anfangsbuchstaben der Namen von sowohl der Katzeneltern, als auch der beiden Heilige Birma-Fellnasen mit einem C beginnen.

Soweit so gut, meine Jungs kennen das bereits und finden zwar die Transportbox und die 10-minütige Autofahrt wie immer eine Unverschämtheit, aber sobald sie dann da sind, ist alles gut. Nepo verzieht sich erst mal für ein Stündchen hinter die Couch, während Gizi auf direktem Weg die Küche ansteuert und sich erst einmal das herumstehende Katzenfutter schmecken lässt. Die beiden Gastgeberkatzen nehmen den Neuzugang auch nur noch nebenbei zur Kenntnis. So verbringen sie dort also immer eine schöne Zeit, ich stelle mir das wie Ferienlager vor. Sie spielen und jagen sich, werden verwöhnt und gekämmt und geschmust, und das finde ich ja auch alles toll, aber hoffen tut man natürlich doch, dass sie einen vermissen. Denn ich selbst komme immer fast um vor Sehnsucht, wenn wir mehr als einige Stunden voneinander getrennt sind.
So komme ich also total übermüdet und erschöpft von meiner Reise wieder, schmeiße nur schnell den Koffer in die Ecke und ab ins Auto die Katzis holen. Ich klingele ungeduldig und komme voller Liebe hinein – Katzen weg. Aber alle! Es hat ja geklingelt, oh Gott, große Panik, da muss man sich natürlich unter dem Bett, auf dem Schrank, im Schuh verstecken. Also gut, ich setze mich erst mal, unterhalte mich und trinke auch etwas in der Hoffnung, dass meine Fellpfoten dann doch angaloppiert kommen und sich genauso freuen mich zu sehen, wie ich mich freue sie zu sehen. Pah, Pustekuchen! Die Herrschaften zeigen sich selbstverständlich nicht. Irgendwann muss und will ich aber auch endlich nach Hause, also geht die Sucherei los, wo sie es sich denn gerade genau gemütlich gemacht haben.

perserkater nepomuk auf der lauer liegend
Aha, Nepo liegt bei den Stofftieren auf dem Schrank, Gizi auf einer Decke unter dem Bett. Ich steige also auf einen Stuhl und hole Nepo durch einen sagenhaften Stunt vom Schrank und verfrachte ihn in die ungeliebte Transportbox.
Das hat Gizi natürlich mitbekommen und verzieht sich in die Mitte der Mitte des Bettes, so dass man ihn auch ja nicht erreichen kann. So muss ich also alles, was da noch so gelagert ist, hervor räumen und auf dem Bauch selbst unter das Bett rutschen, bis ich meinen kleinen Racker zu fassen kriege. Auch dieser findet seinen Weg in die Katzenbox. Glücklich und erleichtert verabschiede ich mich und bin froh, dass meine kleine Katzenfamilie wieder komplett ist.
Zu Hause kann ich all meiner angestauten Liebe aber immer noch nicht fröhnen, denn die Herren sind natürlich tödlich beleidigt, dass ich sie aus dem Ferienlager entführt und sie dann auch noch gezwungen habe in einer Transportbox zu reisen. Im Auto! Frechheit, klar, haben sie ja recht. Wenn es nicht sein müsste, würde ich es auch niemals tun! So strafen sie mich also noch mindestens zwei weitere Stunden mit Verachtung (was zu essen darf ich ihnen natürlich servieren, logisch), aber schmusen oder spielen ist nicht. Jeder, der Katzen hat, weiß, dass Katzen unglaublich beleidigt schauen können! Gerne drehen sie sich auch einfach auf dem Absatz um und schaukeln mit dem Hinterteil, während sie hochherrschaftlich davon stapfen.
Spätestens sobald ich im Bett liege, ist die Eiszeit jedoch gebrochen und einer nach dem anderen springt endlich in meine Arme und lässt sich genüsslich kraulen und schmusen. In diesem Moment meine ich ihnen anzusehen, dass sie auch froh sind, wieder zu Hause und bei mir zu sein!

Kater Gizmo mag es gemütlich

Am nächsten Morgen ist alles wie immer und ich werde von Gizi geweckt, der auf meiner Brust steht und lautstark den allseits beliebten Milchtritt performt, um mich daran zu erinnern, dass doch jetzt eindeutig Katzen-Frühstückszeit ist! Glücklich stehe ich auf und erfülle meinen Engeln ihren Wunsch. Man lebt nicht mit Katzen, sondern sie leben mit uns. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen!

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Geschrieben am 07.01.2010 um 8:48 pm abgelegt unter Katzengeschichten. Du kannst alle nachfolgenden Kommentare mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst kommentieren, oder einen trackback von deiner Seite setzen.

 

4 Responses to “Neulich beim Katzen abholen”

  1. Julia Says:

    Oh ja, dass ist immer schade, wenn man die Tiger alleine lassen muss. Glücklicherweise habe ich eine ganz liebe Freundin, die bei mir sitted. 7 Katzen kann ich einfach nicht allesamt weggeben :-) Die Aufpasser müssen danach wirklich sonst in die geschlossene *gg*

    Hab Euch bei twitter.com gefunden :-) Ich “follow” mal :-)

  2. admin Says:

    Wow, 7 Katzen, das ist aber eine ganze Menge :)

    Da hast du bestimmt viel Spaß mit deinen Felltigern :)

    *schnurr*

  3. Julia Says:

    Mit denen geht man alle Emotionen durch *gg* :-) Aber dafür hat man sie ja!

  4. admin Says:

    das glaube ich dir julia, dass du mit 7 katzen einiges an emotionen durch gehst :)

    schön wenn jemand so ein großes herz für tiere hat :)

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